Zitat Dr. Koja

Hier ist der Blick ›von außen‹, von der späteren Kunst zurück auf die ältere – und vice versa –, gefordert. Denn auch die Entwicklung der Moderne ist ohne Bezug auf die Alten Meister undenkbar.

Portrait von Dr. Stephan Koja
© SKD, Foto: David Pinzer
Dr. Stephan Koja, Direktor Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800

Sammlungsgeschichte

Schon Johann Wolfgang von Goethe zog 1768 begeistert durch die Räume der Alten Meister: „Ich trat in dieses Heiligtum und meine Verwunderung überstieg jeden Begriff, den ich mir gemacht hatte!“ Geändert hat sich an der Bedeutung der Werke im Vergleich zu Goethes Zeiten wenig und auch der Zuspruch ist ungebrochen: Jahr für Jahr zählt die Gemäldegalerie heute hunderttausende Besucher aus aller Welt. 

Die meisten der Hauptwerke, die heute hier zu bewundern sind, wurden in nur etwa einem halben Jahrhundert zusammengetragen. Die bereits in der Kunstkammer angelegte Sammlung deutscher und niederländischer Meister erweiterten der sächsische Kurfürst und spätere polnische König August der Starke (1670-1733) und vor allem dessen Sohn August III. (1696-1763) mit System: Ihre Agenten erwarben bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges Werke des 16., 17. und 18. Jahrhunderts in ganz Europa.

Öffentlich präsentiert wurden die Werke seit 1747 im sogenannten Johanneum, dem ehemaligen kurfürstlichen Stallgebäude. Ein ihrem stetig wachsenden und wertvollen Bestand angemessenes Gebäude erhielt die Sammlung rund hundert Jahre später: Gottfried Semper, der Architekt der heute als „Semperoper“ bekannten Hofoper, errichtete in deren unmittelbarer Nachbarschaft das Galeriegebäude am Zwinger, in dem bis heute die Alten Meister untergebracht sind. 

Portraitansicht eines Mannes mit Pelzmütze, langem Bart und Mantel
Jean-Étienne Liotard, Selbstbildnis in türkischer Tracht, 1744/45

In Voraussicht des drohenden Krieges wurde die Galerie 1939 geschlossen. Ein Großteil der Werke konnte ausgelagert werden und blieb so unversehrt – dennoch sind Kriegsverluste zu verzeichnen und der Verbleib einiger Werke ist bis heute ungeklärt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten Gemälde – wie die Bestände vieler anderer Museen – von der Roten Armee nach Moskau und Kiew gebracht. Infolge der Entscheidung zur sukzessiven Rückgabe der Kunstschätze an die DDR im Jahr 1955 begann auch der Wiederaufbau des im Krieg schwerbeschädigten Galeriegebäudes, das kurz darauf wiedereröffnet wurde. Seit 2013 befindet sich der Semperbau in einer umfangreichen Sanierungsphase, welche 2019 mit der kompletten Wiederöffnung der Galerie abgeschlossen sein wird.

Publikationen

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lesende Frau sitzt zwischen zwei deckenhohen Bücherregalen
© SKD, Foto: Amac Garbe

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