Pastellporträt einer Frau in hellem Kleid mit Blumensträußchen an der Brust
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut

Elegante Begegnungen. Rosalba Carriera – Perfektion in Pastell

Anlässlich des 350. Geburtstages von Rosalba Carriera (1673–1757) widmet die Gemäldegalerie Alte Meister der bekanntesten Pastellmalerin eine eigene Ausstellung. Es werden über 100 Objekte präsentiert, darunter rund 70 Werke der Porträtistin, die als eine der ersten Künstlerinnen europaweit Erfolge feierte.

  • Laufzeit 09.06.2023—24.09.2023
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen
  • Eintrittspreise regulär 14 €, ermäßigt 10,50 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 12,50 €

Bestand Dresden

Mit 73 Pastellen besitzt Dresden das weltweit größte Konvolut der Venezianerin. Unter August III. befanden sich noch mehr als doppelt so viele Werke der Carriera im Bestand der Galerie und 1746 wurde im Johanneum nahe der Frauenkirche sogar ein eigenes Pastellkabinett eingerichtet und nach ihr benannt.

Erfolge

Die Pastellmalerei galt damals noch als eine vergleichsweise junge Gattung. Carriera war maßgeblich daran beteiligt, dass diese Technik zu einer geschätzten Art der Malerei wurde. Wie gefragt die Künstlerin war, zeigen die vielen Bildnisse von Fürsten der regierenden Herrscherhäusern Europas. Sie hielt aber auch Literaten, Musiker und Tänzerinnen ihrer Heimatstadt Venedig bildlich fest; ein Besuch bei ihr zählte zudem zum festen Programm der zahlreichen Reisenden durch Italien. So stellen die Porträts den größten Teil in ihrem Œuvre dar.

Pastellporträt einer Frau in rotem Kleid mit Dreispitz
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Marina Langner/Wolfgang Kreische
Rosalba Carriera, Eine Venezianerin aus dem Hause Barbarigo (Caterina Sagredo Barbarigo), um 1735/40 Pastell auf Papier, 42 x 33 cm

Puder

Carrieras Pastelle sind Zeugnis der Schönheitsideale des Rokoko, deren Kosmetik vom Puder bestimmt war: blasse, ebenmäßige Haut, gepuderte Haare und Perücken. In den pulvrigen Oberflächen der Pastellmalerei spiegelt sich diese Mode wider und bringt uns so diese längst vergangene Epoche näher. In Kooperation mit dem Studiengang Theaterdesign/Maskenbild der Hochschule für Bildende Künste Dresden illustrieren die Studierenden in einem Projekt die Maquillage des 18. Jahrhunderts, die so in der Ausstellung zu neuem Leben erweckt wird.

Pastellporträt einer Frau in hellem Kleid mit Blumensträußchen an der Brust
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut
Rosalba Carriera, Eine Dame in blauem Mantel über hellem Kleid Pastell auf Papier, 75,5 x 64 cm

Berufliche Laufbahn und Ausstellung

Die künstlerische Anfänge Carrieras liegen in der Miniaturmalerei, da sie in diesem Feld wenig Konkurrenz von männlichen Malerkollegen zu befürchten hatte. 1705 ernannte die Kunstakademie San Luca in Rom sie zu ihrem Mitglied. Diese hohe Auszeichnung wurde nur wenigen Frauen zuteil, zumal ihnen eine akademische Ausbildung noch lange verwehrt blieb. Auch die Accademia Clementina in Bologna nahm sie als Mitglied 1720 auf, und ein Jahr später die Académie Royale in Paris.

Die Ausstellung zeigt über 100 Exponate und führt das Publikum zunächst in die Lagunenstadt Venedig, mit Ansichten des Canal Grande, wo Carriera ihren Wohnsitz hatte. Zu endecken gibt es neben den Pastellmalereien auch typisch venezianische kunsthandwerkliche Erzeugnisse wie Glas, Spitze und feines Tuch.

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Ausstellung - Aus dem Schatten

Ergänzend zur Schau richtet eine konzentrierte Kabinett-Ausstellung mit dem Titel „Aus dem Schatten. Künstlerinnen vom 16. bis 18. Jahrhundert“ den Blick auf weitere Künstlerinnen vom 16. bis 18. Jahrhundert, die bislang eher ein Schattendasein neben den großen Namen der Kunstgeschichte führen. Oft waren es Töchter berühmter Meister, die eine Ausbildung in der Werkstatt ihres Vaters absolvierten und sich so in einem damals von Männern dominierten Berufsfeld behaupten konnten. Werke von Lavinia Fontana, Marietta Robusti, gen. La Tintoretta, Theresa Concordia Maron, geb. Mengs und Angelika Kauffmann werden in den Fokus gerückt.

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