Caravaggio, Johannes der Täufer, 1602
© Kapitolinische Museen, Rom

Caravaggio. Das Menschliche und das Göttliche

In diesem Herbst ist in Dresden ein ikonisches Meisterwerk der italienischen Kunst zu Gast: Caravaggios Gemälde Johannes der Täufer aus den Kapitolinischen Museen in Rom. Die Gemäldegalerie Alte Meister präsentiert das Bild gemeinsam mit mehr als 50 Werken aus der eigenen Sammlung, die Caravaggios weitreichenden Einfluss auf Künstler aller Generationen und Nationen zeigen.

  • Laufzeit 16.10.2020—17.01.2021
  • Öffnungszeiten täglich 10—17 Uhr, Montag geschlossen
    Freitag 17—20 Uhr  (Blaue Stunde)

Film

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Seit der Entstehung des Werkes für den römischen Aristokraten Marchese Ciriaco Mattei im Jahre 1602 war es Gegenstand von Diskussionen. Für eine Privatsammlung gemalt, gab die provokante Darstellung des Heiligen als nackter Knabe, der einen Widder umarmt, Anlass zu Spekulationen über die Botschaft des Bildes und die Intention des Malers. Abgesehen davon zeigt das Gemälde alle künstlerischen Qualitäten, die Caravaggios Werke so kraftvoll und vorbildhaft machten. Sein Helldunkel, sein radikaler Naturalismus und die völlig neuen Erzählungen, die er in seinen Bildern entwickelte, wurden zum Ideal. Die Ausstellung stellt den Einfluss Caravaggios auf spätere Künstler dar, indem sie nicht nur zeigt, wie diese seine Kunst und malerische Praxis übernahmen, sondern auch, wie seine Arbeiten ihre eigene Kreativität anregten und immer wieder Anlass für künstlerische Auseinandersetzungen gaben.

© Kapitolinische Museen, Rom
Caravaggio, Johannes der Täufer, 1602 Öl auf Leinwand, 129 x 95 cm

Ausstellungansichten

Die Ausstellung stellt

Die Dresdner Sammlung beherbergt eine hervorragende Gruppe von Gemälden wichtiger Maler, die genau dieses Vermächtnis widerspiegeln. Werke von Caravaggios unmittelbaren Nachfolgern wie Leonello Spada (1576 – 1622) oder dem Genueser Bernardo Strozzi (1581 – 1644) veranschaulichen, wie sich die italienischen Zeitgenossen seine Bildsprache aneigneten. In Rom, dem kreativen Zentrum Europas, war Caravaggio ein Hauptorientierungspunkt für ausländische Künstler. Nicolas Tournier (1560 – 1639), Peter Paul Rubens (1577 – 1640) und Gerard van Honthorst (1592 – 1656) verbreiteten den Stil Caravaggios in Nordeuropa. Spanische Maler sahen seine Werke vor allem in Neapel, das damals von Spanien regiert wurde. Gemälde von Jusepe de Ribera (1591 – 1652) oder Francisco de Zurbarán (1598–1664) zeugen von diesen Begegnungen. 

Werke

Die Kunst

Die Kunst Caravaggios hallt aber auch noch in den Werken späterer Künstlergenerationen nach. Maler wie Luca Giordano (1634 – 1705), Johannes Vermeer (1632 – 1675) oder auch Adriaen van der Werff (1659 – 1722) belegen, dass Caravaggio weiterhin als Vorbild unter Malern in ganz Europa galt. Diese überzeitliche Stellung in der Kunstgeschichte macht ihn bis heute zu einem der faszinierendsten und inspirierendsten Künstler.

Termine

Publikation

Publikation zur gleichnamigen Sonderausstellung

Caravaggio. Das Menschliche und das Göttliche

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Stephan Koja; Iris Yvonne Wagner, 192 Seiten, 143 farbige Abb. 28 x 24 cm, Festeinband, Erscheinungsdatum 16.10.2020, ISBN 978-3-95498-569-2, 35,00 €

Caravaggio, Johannes der Täufer, 1602
© Kapitolinische Museen, Rom

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