Mädchen in Dienstkleidung trägt ein Tablett mit Kakao
© Gemäldegalerie Alte Meister, SKD

Das Schokoladenmädchen von Jean-Etienne Liotard. Kunst und Genuss im Rokoko

Im Zentrum der Ausstellung steht eines der berühmtesten Werke der Dresdener Gemäldegalerie, das "Schokoladenmädchen" des Schweizer Künstlers Jean-Etienne Liotard (1702 – 1789). Bereits zu seinen Lebzeiten war seine Pastellmalerei hoch geschätzt, wie die Beschreibung der bekanntesten Pastellmalerin Rosalba Carriera als "schönstes Pastell" zeigt. 

  • Laufzeit 29.09.2018—06.01.2019

Text

Dem Kunsthändler Algarotti, der die „Chocolatière“ 1745 direkt vom Künstler für die Dresdener Gemäldesammlung ankaufte, war es zu verdanken, dass nun in der Galerie auch Werke zeitgenössischer Künstler präsentiert wurden. Ganz dem Geschmack des Rokoko entsprach das Malen mit der Pastellkreide, das sich für lebensechte, brillante Porträts anbot: Liotard schuf makellose, porzellanhaft glatte Oberflächen. Der große Bekanntheitsgrad des Bildes aber beruht auf der Darstellung einer einfachen, unbekannten Hausangestellten – einem bis dahin seltenen Motiv, das die Kunst der Aufklärung vorwegnimmt. Darüber hinaus dürfte der eigenwillige Maler – mit langem Bart und Turban nannte er sich „Le peintre turc“ – und seine Reisen von großem Interesse sein. Obwohl der Fokus der Ausstellung auf der Kunst Liotards liegt, sollen die unzähligen Übertragungen in andere, teils triviale Materialien nicht unerwähnt bleiben. Den Epilog bildet die Interpretation von Hann Trier, der 1991 mit seiner dreiteiligen Sequenz „La Tasse au chocolat“ das Liotard’sche Meisterwerk ins 20. Jahrhundert transformierte.

ein Mädchen trägt ein Tablett mit Wasserglas und Kakaotasse
© SKD, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut
Jean-Etienne Liotard, Das Schokoladenmädchen, um 1744/ 45

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